Susanne Apfel - mit go!-coach zum WM-Titel

Auf Susanne ist Verlass! Nachdem sie 2019 die Silbermedaille bei der Duathlon-EM gewonnen hatte, hat sie dieses Jahr richtig zugeschlagen. WELTMEISTERIN! GRATULATION!   Ihren ausführlichen Bericht könnt ihr hier lesen.


Susanne schreibt:

Nach ein paar Tagen realisiere ich erst wirklich, dass ich Weltmeisterin geworden bin. Weltmeisterin beim härtesten Duathlon der Welt, dem Powerman in Zofingen, Schweiz.

Ich hatte mich akribisch vorbereitet, bin einige erfolgreiche Radrennen gefahren, habe im Lauftraining auch etliche Höhenmeter absolviert. Die perfekt auf mich abgestimmten Trainingspläne von go!coach haben mich teilweise ganz schön gefordert, aber ich konnte das Training durchziehen. Die vorgeschlagenen Regenerationszeiten habe ich auch eingehalten. So habe ich mich gut gerüstet gesehen für die anstehenden 10-150-30. Die Wettervorhersage war schlecht, gekommen ist es noch schlechter. Pünktlich mit dem Startschuss kurz nach 8 h fing es an zu regnen und hat auch nicht mehr aufgehört. Meine Taktik war, den ersten Lauf über knapp 10 km, aber über 200 Höhenmeter, sehr moderat zu beginnen. Ich konnte mich aber bereits nach ein paar Kilometern an die Spitze setzen. Auch ein Toilettenstop verhinderte nicht, dass ich als Erste auf die Radstrecke ging. Die Handschuhe, die ich bereit gelegt hatte, trieften vor Nässe, also legte ich die zurück in die Box. Meine dünne Jacke war auch nass.

Ich entschied mich auch gegen das Visier am Helm, es war einfach zu dunkel und war angelaufen. 3 Runden à knapp 50 km und mehr als 600 Höhenmetern waren zu absolvieren. Die erste Runde ging ganz gut, allerdings hat meine sehr geschätzte Mitstreiterin Anne-Mari Lemmon am Berg aufgeschlossen. Ich konnte mich jedoch wieder absetzen. Dann ist mir ein Fehler passiert, von dem ich nie gedacht hätte, es würde mich treffen. Nachdem mich ein Landsmann ein- und überholt hatte, habe ich mein Tempo nicht reduziert um aus dem Windschatten zu fallen, sondern bin einfach weitergefahren. Prompt wurde ich erwischt und bekam eine Zeitstrafe von 5 Minuten. Diese 5 Minuten saß ich dann ungeduldig in der Penalty-Box am Ende der ersten Runde ab.

Genau als ich wieder losdurfte, kam Annie an mir vorbei. Mit ordentlich Wut im Bauch fuhr ich aber bald wieder vorbei. Die anderen Athletinnen waren auch hinter mir. Aber die Nässe, die Kälte und dann auch noch der Wind machten es sehr schwer, das Tempo zu halten. Mit zitternden Armen und Beinen, klappernden Zähnen und sich ankündigenden Krämpfen kämpfte ich mich aber durch. Später habe ich realisiert, dass fast ein Drittel der Athleten aufgegeben hat. In der Wechselzone dann ein Schreck. Es stand schon 1 Rad in der meiner Altersklasse da. Ich konnte es mir nicht erklären, aber dachte, dass doch jemand vorbei gefahren ist, als ich meine Strafe absaß. Mental ein schwerer Moment. Die abschließenden 3 x 10 km mit jeweils ca 200 Höhenmetern nahm ich jedoch trotzdem befreit in Angriff. Endlich nicht mehr frieren! Ich habe den 2. Lauf irgendwie abgespult, einmal ausgebremst durch einen Krampf, den ich aber relativ schnell wieder losgeworden bin und auch der Verdauungstrakt hat sich „gemeldet“.

Die teilweise sehr steilen Passagen musste ich gehen, wie viele andere auch. Eine Altersklassenkollegin habe ich in der letzten Runde überholt. Ich dachte überrundet, war aber nur eingeholt. Erst auf dem letzten Laufkilometer habe ich dann realisiert, dass ich doch vorne liege. Natürlich habe ich mich unglaublich gefreut. Des Rätsels Lösung, warum schon ein Rad dastand war, dass die Kollegin die 3. Radrunde abgekürzt hatte. Sie wurde disqualifiziert, aber das wusste ich ja nicht. Bin sehr dankbar, dass es doch geklappt hat mit dem Titel, mit der Zielzeit 9:52:34,7 h dann auch noch ca 47 Minuten Vorsprung auf die Zweiplatzierte. Mit Gesamtrang 22 bin ich auch sehr zufrieden.

Danke allen, die mich in der Vorbereitung unterstützt haben und vor allem go!coach für die Trainingspläne und Tips, die es mir schließlich ermöglichten, Weltmeisterin zu werden.

Viele Grüße

Susanne